selbst_verstehen

was macht w_orten & meer?

w_orten & meer ist ein politisches community-basiertes non-profit-verlagsprojekt. der verlag bietet raum für unterschiedliche personen, gruppen und aktivistische communities, die sich durch und mit den herausgaben vernetzen und inspirieren wollen. die publikationen sollen jene empowern, die gegen interdependente strukturelle diskriminierungen leben_handeln_arbeiten_denken.

der verlag bringt sowohl literarische, genreübergreifende und genreherausfordernde als auch theoretisch‐politische publikationen heraus. dabei experimentieren wir mit genre, sprache und medialer gestaltung.

 

w_orten & meer möchte ermöglichen, neue aus_drucksformen und cross_genres hör_les_wahrnehmbar zu machen, neue worte zu finden und neue orte zu gestalten, neue horizonte aufzumachen und neue weiten zu erleben.

es ist dem verlag wichtig, über diese unterschiedlichen formen eine möglichst hohe zugänglichkeit zu medien und inhalten für personen mit unterschiedlichen kommunikationsformen zu bieten. die veröffentlichungen werden zudem so kostengünstig wie möglich sein, um möglichst vielen personen zu_gang zu den medien anbieten zu können.

wofür steht w_orten & meer?

die grundlage aller publikationen eine kritische reflexion von genderismus_rassismus_klassismus_ableismus ist. eine kritische reflexion von genderismus bedeutet auch, bestehende cis‐normen und zweigenderungsnormen anzusprechen, zu kritisieren und herauszufordern.

die herausgaben des verlags sind positioniert. das heißt, sie reflektieren diese dimensionen und versuchen, neue empowernde ansätze für personen, die gegen diese diskriminierungen leben_handeln wollen, zu formulieren und bestehende ansätze zugänglich zu machen.

 

wissenschaftliche texte müssen politisch ver_ortet und für politisch arbeitende personen zugänglich sein. insofern probiert der verlag, auch ein re‐politisiertes wissenschaftsverständnis umzusetzen, welches aktivistische und künstlxsche wissensproduktionen einbezieht.

das konzept und die inhaltliche ausrichtung des verlags werden fortlaufend in einer gestaltenden gruppe reflektiert. personen aus dieser gruppe sind in bezug auf strukturelle diskriminierung kritisch ver_ortet und arbeiten in verschiedenen bereichen gegen diese an. der verlag als community‐projekt will im prozess bleiben und auch selbst immer wieder herausgefordert sein durch die personen, die an und mit verlagsprojekten arbeiten und dadurch den verlag konkret mitgestalten.

wie versteht ihr antidiskriminierendes handeln?

antidiskriminierendes handeln heißt, sich immer wieder und immer wieder neu zu reflektieren, zu lernen aus situationen, die diskriminierend sind, zuzuhören, kritik anzunehmen und produktiv umzusetzen. antidiskriminierendes handeln ist so komplex und vielschichtig und schwierig wie diskriminierungsstrukturen tief, langlebig und grundsätzlich sind. antidiskriminierendes handeln ist immer ein suchen und versuchen, ist nicht abschließbar, nie fertig, ein prozess und die offenheit und der wunsch, veränderungen zu ver_suchen.

für den verlag heißt dies, auf vielen miteinander verschränkten ebenen zu handeln. das umfasst u.a. die fragen: welche bücher bringen wir heraus? welche personen übersetzen die bücher? welche sprachformen benutzen wir in unseren übersetzungen? wie gestalten wir cover? welche zielgruppen sprechen wir an? welche personen arbeiten beim verlag und wie ist die struktur der verantwortungen? was ist für uns arbeiten und miteinander arbeiten? wie bilden wir uns fort? wie kommunizieren wir miteinander?

 

der verlag versucht, im miteinander und gegenseitigen wahrnehmen neue formen von zusammenarbeiten zu schaffen – nicht gegeneinander, ohne gut-böse- und richtig-falsch-schemata, sondern mit dem wunsch nach kontakt, der möglichkeit verletzungen und diskriminierungen anwesend zu machen und miteinander neue umgangs- und handlungsformen zu finden – in einer gesellschaft, in der es nicht das perfekte handeln gibt, sondern immer nur ein probieren und einen wunsch danach.

teil des verlagsprojekts ist es also, nicht nur bücher herauszubringen und zu verbreiten, sondern auch im team miteinander zu lernen, miteinander zu kommunizieren – und sich dafür zeit und raum zu geben wie auch professionelle hilfe.

und warum schreibt ihr, wie ihr schreibt?

in dem verlag arbeiten wir kreativ mit sprache und experimentieren mit dieser. sprachhandlungen, so unser ansatz, sind stark durch gesellschaftliche normen und bestehende machtverhältnisse bestimmt. über das eigene schreiben_sprechen werden diese immer wieder abgebildet und re_produziert. sprache selbst zu verändern, bedeutet daher, sich diese aktiv (wieder) anzueignen. wir verstehen dies als eine weitere möglichkeit, gegen diskriminierungen zu arbeiten.

dabei gibt es vielfältige ansätze, sprache zu verändern. aktuell schreiben wir alles, was allgemein mit dem verlag zusammenhängt, klein. dies ermöglicht, sprachliche setzungen durch z.b. groß- und kleinschreibung infragezustellen.

 

wenn es um personen geht, versucht der verlag verschiedene, teilweise neue wortformen zu verwenden, viele davon mit unterstrich: aut_orin, les_erin. dadurch sollen vorstellungen, es gäbe nur frauen und männer, herausgefordert werden und trans-personen auch wörtlich, buchstäblich raum bekommen. die wortformen, die sich in den herausgaben des verlags finden, um auf personen allgemein bezug zu nehmen, können sich je nach thema und gruppe unterscheiden. so finden sich les_erinnen neben leseri_nnen neben leserinnen_ und weitere neue kreative formen.

bei den veröffentlichungen des verlags entscheiden die schreibenden personen selbst über die schreib_sprechweisen.