Dragoslava Barzut – Die Nähe verlieren

Roman

Übersetzt aus dem Serbischen von Marie Alpermann
144 Seiten | 11 x 16,2 cm | Softcover
ISBN 978-3-945644-26-3
Erscheinungsdatum: März 2021

12,00 

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Die Nähe verlieren

Eine Kindheit und Jugend in den 70er und 80er Jahren im ehemaligen Jugoslawien.
 Ein Coming-Out. Fußball als Obsession, Flucht, die Abwesenheit der Eltern, das eigene und das fremde Leben. Das Ausbleiben von Erzählungen und Erinnerungen. Gewalt gegen Lesben. Dragoslava Barzut verwebt in ihrem preisgekrönten Roman mit einer poetischen und höchst eigenwilligen Sprache Erinnerungen und Fragmente eines Aufwachsens vor und in einem unverständlichen Krieg, ein Sein in patriarchaler Gesellschaft, in der das Leben, die Identität und die Erinnerung gewaltvoll gebrochen und zersplittert ist.

„Elodi ist erschöpft vom Patriarchat bei Dolores, bei sich selbst, bei anderen. Erschöpft von heteronormativen Beziehungen, von irgendwelchen vorgezeichneten Normen und Formen. Von Ausreden, von Zwängen. Es sind die Flure, Fahrstühle, WC-Kabinen und Öffentlichen. Sie ist müde vom Unverständnis, das groß und kompliziert ist, unverständlich wie Bosnien.“

In schnell wechselnden inneren Monologen von Elodi, Dolores und weiteren Personen findet eine Suche statt – Elodi sucht nach Dolores, sucht nach einer Erinnerung an Gewalt, nach einem sich nicht Verlieren in den Anforderungen des Außen: Wohnungssuche, Polizeiverhör, Fußballspielen, Texte schreiben.

„Wir tauchen in den Schrank voller fremder Wäsche ein,
 um vielleicht ein Wort zu finden: was wir sind.“

Ein großer queerer Roman!

Für welche Personen ist das Buch zu empfehlen?

Alle, die einen eigenwilligen, literarisch großen und poetisch überzeugenden, spannenden Roman lesen wollen. Queere und lesbische feministische Menschen, die eine berührende vielschichtige Erzählung zu stattgefundenen und anhaltenden Kriegen und alltäglicher Gewalt aus einer queeren Perspektive lesen wollen. Menschen, die sich von komplexer, spannender Literatur, die neue Perspektiven eröffnet, fesseln lassen wollen. Menschen, die sich über die Situation lesbischer Menschen in Serbien informieren wollen.

Sparten:

Roman, lesbisch, queer, Krieg und Erinnerung, Identität, Serbien und Bosnien

Dragoslava Barzut

ist eine serbische aktivistische Autor*in. Sie hat preisgekrönte Sammlungen mit eigenen Kurzgeschichten veröffentlicht. Ihre Prosa ist in zahlreichen Sammlungen und literarischen Journalen abgedruckt. Darüber hinaus hat sie eine Sammlung ex-jugoslawischer lesbischer Literatur herausgegeben sowie zeitgenössische Gedichte. Dragoslava Barzut hat als Editorin der Internetplattform Labris (labris.org.rs), einer Menschenrechtsorganisation gegen jegliche Formen von genderistischer Diskriminierung, gearbeitet. Im Jahr 2015 hat Dragoslava Barzut die Organisation Da ze zna! mitgegründet, eine Online-Plattform zum sicheren und anonymen Anmelden und Dokumentieren von Gewalt gegen LGBTIQ*-Personen in Serbien. Sie lebt in Belgrad. Die Nähe verlieren (Originaltitel: Papirne disko kugle) ist ihr erster, aufsehenerregender und preisgekrönter Roman.

Über_setzung

Marie Alpermann hat Slawistik in Halle (Saale) studiert und übersetzt postjugoslawische Autor*innen, die sie im deutschsprachigen Raum bekannter machen will. Sie begeistert sich besonders für feministische, queere und nationalismuskritische Literatur aus der Region.

Lesestimme

“Fragmentarisch, nicht linear, ohne klare Grenzen zwischen Realität und Fantasie, mit einer dynamischen Sprache, die von uns innige Aufmerksamkeit beim Lesen verlangt, dafür aber umso reicher mit Leseerfahrung belohnt – dieser Roman präsentiert uns eine verschlungene (kurvenreiche) Reise durch Vergangenheit, Ängste und Miss- geschicke der Hauptfigur Elodi und erzählt von ihrem Kampf für ein Leben ohne Angst.”

Darko Lukić

Rezensionen

09/2021 | Rezension von queer bookster: click (Langversion), click (Kurzversion auf Instagram)

08/2021 | FRESH – Das Queer-Mag für NRW (Seite 14): click

07/2021 | Rezension auf Kata_____Lovic (Instagram): click

06/2021 | Rezension auf Das Schmökerli (Instagram): click