Léonora Miano – Zeit des Schattens

Roman

Übersetzt aus dem Französischen von Ina Pfitzner
256 Seiten | 13,7 x 20,8 cm | Softcover
ISBN 978-3-945644-20-1
Erscheinungsdatum: November 2020

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Zeit des Schattens

Ein Dorf brennt. Einige Tageswanderungen vom Meer entfernt, irgendwo an der westafrikanischen Küste. Nach dem Brand sind zwölf junge Männer aus dem Dorf verschwunden. Die Mütter trauern kollektiv, ausgeschlossen aus der Dorfgemeinschaft, eine Gruppe wird losgeschickt, um die Verschwundenen zu suchen. Die Heilerin des Dorfes hat Visionen, die Mütter haben Träume, in denen ihnen ihre Söhne erscheinen. Alle begegnen so dem bisher Unvorstellbaren: dem Beginn der kolonialistischen Verschleppung, Ausbeutung und Ermordung von Menschen des afrikanischen Kontinents.

Zeit des Schattens ist ein intensiver, großartig erzählter und historisch wie politisch wichtiger Roman einer der wichtigsten postkolonialen Autor*innen. Erzählt wird aus der Perspektive derjenigen, deren Gemeinschaften, Lebensweisen und Glaubenssysteme mit dem europäischen Kolonialismus neue Dimensionen von Gewalt erfahren und erleiden mussten. Dieses bisher wenig beschriebene Kapitel des Kolonialismus wirft bis heute seine gewaltvollen Schatten.

Für welche Personen ist das Buch?

Für Menschen, die mehr lernen wollen zu Kolonialgeschichte und nicht erinnerten, nicht erzählten und vielleicht auch nur schwer erzählbaren Geschichten der Versklavung von Menschen und was dies mit Gesellschaften und Gesellschaftsordnungen machen kann.

 

Sparten:

Roman/Belletristik, historischer Roman, postkoloniale Literatur: zum Übergang von vorkolonialer zu kolonialisierter Gesellschaft

 

Léonora Miano

ist eine der wichtigsten postkolonialen französischsprachigen Stimmen. Ihr Werk besteht aus mehr als 15 Romanen, Theaterstücken und Essaybänden, für die sie vielfach ausgezeichnet wurde. Unter anderem mit dem Goncourt des lycéens (2006) und dem Prix Seligmann (2012). Zeit des Schattens wurde in Frankreich mit dem Prix Fémina ausgezeichnet. Zuletzt war sie mit ihrem jüngsten Werk Impératrice Rouge, einer starken afrikanischen Utopie, für den Prix Goncourt nominiert.
Léonora Miano ist in Douala (Kamerun) geboren, lebte seit 1991 in Frankreich und wohnt heute in Togo.

 

Über_setzung

Ina Pfitzner hat “Zeit des Schattens” (im Original “La Saison de l’Ombre”, erschienen 2013 bei Grasset) aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt. Über die Herausforderungen und Möglichkeiten, die es bedeutet diskriminierungskritisch zu über_setzen, hat Ina Pfitzner den Artikel “Momentan bevorzugt der Verlag …” – oder Wie übersetze ich diskriminierungskritisch? für das Bücher Magazin geschrieben.

 

Lesestimmen:

“Der spannende und ergreifende Roman legt ein dicht geschriebenes Zeugnis dazu ab, wann und wie der Schatten des Kolonialismus begann und bis heute weiter wirkt – und welche Formen von Wissen und Geschichten mit und durch Kolonialismus bis heute zum Schweigen gebracht werden.”

“Ich hatte schon lange keine so intensive Leseerfahrung mehr, die vor allem meinen gewohnten westlichen, weißen Blickwinkel so sehr auf den Kopf gestellt hat wie dieses Buch. Es bringt den grausamen Schnitt in der Weltgeschichte, den die TDS darstellt, auf den Punkt wie kaum ein anderer Text, den ich bisher zum Thema gelesen habe.”

(TDS steht für transatlantische Deportation subsaharischer Menschen. Diesen Begriff verwendet und etabliert  Léonora Miano unter anderem im Essayband Eine Grenze bewohnen – Erinnerung dekolonisieren.)

 

Interview & Lesung

01/2021 | SR2-Kulturradio Tilla Fuchs im Gespräch mit Léonora Miano & Lesung

 

Rezensionen:

03/2021 | Berliner Stadtmagazin mein/4 (Ausgabe März-Mai 2021, s. 54)

02/2021 | Newsletter-Ausgabe Lesen ist ein Pyramid Scheme! von Magda Birkmann (Magda liest. Und liest. Und liest.)

 

Blick ins Buch: click