Hanya Yanagihara: Das Volk der Bäume

Hanya Yanagihara: Das Volk der Bäume Für wex ist das Buch zu lesen zu empfehlen? Das Buch ist krass. Jede Seite ist voll von direkter und indirekter, subtiler, direkter, persönlicher, selbstgefälliger, legitimierter, verschleierter, unverhohlener Gewalt. Das war für mich richtig anstrengend zu lesen. Das Buch hat mich herausgefordert und diese Herausforderung halte ich für sehr produktiv – auch das massive Lesen von Gewalt in seiner ungebrochenen, von den Ausübenden gar nicht als solche wahrgenommenen Form und die Fragen, die ich mir als Person mit weißen Privilegien in dieser Gesellschaft damit stellen kann. Es ist jetzt zwei Wochen mindestens her, dass...

Continue Reading →

Gaël Faye: Kleines Land

Gaël Faye: Kleines Land Für wex zum Lesen zu empfehlen? Für Menschen, die poetische Geschichten zu in Europa wenig erzählten Geschichten mögen. Die Geschichten vom Aufwachsen, Freund*innenschaften, Familienbindungen in kriegerischen und Rassismus durchtränkten politischen Situationen lesen wollen und etwas über die Geschichte von Burundi, Ruanda und Frankreich aus Sicht eines Kindes, Jugendlichen und später Erwachsenen erfahren wollen. Menschen, die Zusammenhänge zwischen rassistischen Einlesungen, Leben im Krieg und den vielfältigen Auswirkungen auf ein individuelles Leben lernen möchten. Der Roman erzählt die Geschichte eines Jungen in Burundi aus dessen Sicht und sein Aufwachsen mit seiner ruandischen Mutter und dem französischen Vater sowie,...

Continue Reading →

Léonora Miano: La Saison de l’Ombre

Léonora Miano: La Saison de l’Ombre Für wex zu lesen? Menschen, die mehr lernen wollen zu Kolonialgeschichte und nicht erinnerten, nicht erzählten und vielleicht auch nur schwer erzählbaren Geschichten der Versklavung von Menschen und was dies mit Gesellschaften und Gesellschaftsordnungen machen kann. Menschen, die Lust haben sich auf eine Erzählung einzulassen, die viele Normalitäten dazu, wie Leben verstanden werden kann, Zusammenleben, gesellschaftliche Gefüge, herausfordert. Wie geht es eine Geschichte über eine historische Situation – die Versklavung und Verschleppung von Menschen – zu schreiben und zu erzählen, zu der es keine historischen Zeu*ginnen gibt, weil alle in einer konkreten Situation ermordet,...

Continue Reading →

Dina Nayeri: Drei sind ein Dorf

Dina Nayeri: Drei sind ein Dorf Für wex zu lesen zu empfehlen? Für Menschen, die sich von einer komplexen und poetisch geschriebenen Geschichte berühren lassen wollen. Für Menschen, die Worte suchen für Erfahrungen von Ent- und Verwurzelung, Lebens- und Überlebensstrategien, Zerrissenheiten und unformulierbaren Sehnsüchten. Für Menschen, die Geschichten mit Zeitsprüngen und Ortsüberbrückungen mögen, die Lust haben sich in eine spannende berührende Geschichte hineinziehen zu lassen. Der Roman berührt mich tief und lang – so lang, dass ich nicht direkt einen neuen Roman anfangen mag zu lesen ein paar Tage später. Das ist für mich immer ein untrügliches Zeichen, dass ich...

Continue Reading →

Tanja Maljartschuk: Blauwal der Erinnerung

Tanja Maljartschuk: Blauwal der Erinnerung Für wex zu lesen? Für Menschen, die die Verwobenheit von Geschichten in historischer Perspektive mögen. Die das Ineinandergreifen von Geschichten auch erzählerisch schön umgesetzt schätzen. Für Menschen, die sich selbst phasenweise nicht heraus trauen aus ihren Zimmern und Wohnungen und in ihren eigenen Ängsten gefangen sind und mit diesen zurückgezogen leben – und Lust haben dazu eine erzählerisch schöne Darstellung zu lesen. Für alle, die eine wunderschöne poetische Ausdrucksweise schätzen. Für alle, die mehr über ukrainische Geschichte lernen wollen. Es gibt sie nicht, die Nation an sich. Sie ist gegründet, ideologisch gerechtfertigt, von einzelnen Personen...

Continue Reading →

Adwoa Badoe: Aluta

Adwoa Badoe: Aluta Für wex zu lesen? Für alle, die einen gut geschriebenen, spannenden Roman über die Politisierung einer Person am Beginn des eigenen Studiums lesen wollen. Für alle, die sich für die neuere Geschichte Ghanas seit den 80er Jahren interessieren. Für Menschen, die etwas lesen wollen über das Wachsen einer Person hinein in politischen Widerstand und die Herausforderungen, die dies auf der persönlichen Ebene mit sich bringt, wenn die Person mit staatlicher massiver Gewalt auf den eigenen Körper konfrontiert ist. Der Roman beginnt mit einem Prolog, der zeitlich fast am Ende des Romans stattfindet und eine Verhörsituation inklusive Folter...

Continue Reading →

Xiaolu Guo: Es war einmal im Fernen Osten

Xiaolu Guo: Es war einmal im Fernen Osten Für wex zum Lesen zu empfehlen? Die Autobiografie von Xiaolu Guo ist ein ehrliches, tiefgehendes Schildern des eigenen Lebens von Geburt an bis in die Zeit, wo Xiaolu Guo ca. 40 Jahre alt ist. Der Weg aus einem ländlichen China bis nach London wird in einem beeindruckenden Fluss des Wahr- und Teilnehmens erzählt. Das Buch liest sich wie ein fast unglaublicher Roman einer langen Lebensreise, so dass es schon fast unvorstellbar für eine in Westeuropa aufgewachsene Person wie mich sich liest, wie unterschiedlich Aufwachsen und Traditionen und Wege des eigenen Lebens sein...

Continue Reading →

Francesca Melandri: Alle, außer mir

Francesca Melandri: Alle, außer mir Für wex ist das Buch? Für diejenigen, die mehr über die Verflechtungen von Kolonialismus mit der heutigen italienischen, von dort auch übertragen westeuropäischen Situation lernen und verstehen wollen. Für Personen, die gerne komplexe historische Romane mit Bezug zu heutiger Zeit lesen. Für Menschen, die sich mit ihren eigenen Geschichten, Privilegien und Diskriminierungen in Bezug auf Kolonialrassismus mit Hilfe einer spannend erzählten Geschichte beschäftigen wollen. Auf einmal steht eine Schwarze Person vor der Tür und sagt, Sohn des Bruders der weißen mittelalten Wohnungsbesitzerin in Rom zu sein. Von dieser Ausgangssituation aus entfaltet der Roman eine komplexe...

Continue Reading →

Aya Cissoko: Ma

Aya Cissoko: Ma Für wex zum Lesen zu empfehlen? Für Menschen, die sich mit der Wahrnehmung einer anderen, nahestehenden Person – in diesem Fall – der Mutter aus Sicht der Tochter – beschäftigen wollen. Für Menschen, die Lust haben auf differenzierte respektvolle Schilderungen auch schwieriger Situationen. Für Menschen in Trauer über den Verlust der eigenen Mutter und Inspiration dazu, wie sich trauernd und schreibend dem eigenen Leben mit dieser Person genähert werden könnte. Aya Cissoko ist berühmt dafür, dass sie 2006 Amateurboxweltmeisterin geworden ist. Viele wissen auch über das jähe Ende ihrer Karriere durch einen Halswirbelbruch. Viele kennen den Roman...

Continue Reading →

Nadja Spiegelman: Was nie geschehen ist

Nadja Spiegelman: Was nie geschehen ist Für wex zum Lesen zu empfehlen? Für Menschen, die sich mit Erinnerungen in Familiengefügen beschäftigen wollen und dazu eine anregende Erzählung der Annäherung an unterschiedliche Erinnerungsweisen über Generationen hinweg lesen möchten. Für alle, die sich auf die Suche nach eigenen Erinnerungen aus Kindheit und den Geschichten von Eltern und Großeltern dazu begeben wollen. Für Personen, die Lust haben, lesend sich Fragen zu eigenen Vorstellungen und eigener Geschichte zu stellen. Nadja Spiegelman hatte schon lange vor über die Mutter und ihr Leben zu schreiben. Oder genauer: darüber, wie das eigene Er_Leben durch das Erzählen der...

Continue Reading →