Tag: rezension

noch mehr Buchempfehlungen aus 2020

noch mehr Buchempfehlungen aus 2020 Noch mehr Empfehlungen für spannende Bücher, die 2020 erschienen sind, findet ihr auf der Website des Berliner Buchladens Zabriskie. Neben den Empfehlungen für zwei Bücher, zu denen im Bücher_Blog bereits Rezensionen veröffentlicht sind („Ceremony“ von Leslie Marmon Silko und „Im Fallen lernt die Feder fliegen“ von Usama al Shahamani), findet ihr dort außerdem kurze Rezensionen von Lann Hornscheidt zu diesen Büchern: „The Force of Nonviolence“ von Judith Butler, Verso Books 2020 „Braiding Sweetgrass“ von Robin Wall Kimmerer, Milkweed Editions 2013 „Sacred Instructions“ von Sherri Mitchell, North Atlantic Books 2018 (deutsche Übersetzung "Aktivismus heißt Verbindung", 2020...

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Brit Bennett: Die verschwindende Hälfte

Brit Bennett: Die verschwindende Hälfte Ein sehr rund erzähltes Buch, beginnend mit dem Aufwachsen der Zwillinge Desiree und Stella in Mallard, einer Kleinstadt im Süden der USA in den 60er Jahren. Mallard ist eine Stadt, in der Schwarze Menschen in Zeiten rassistischer Segregation leben. Die Schwarzen in Mallard sind hellhäutig, sehen teilweise weiß aus (für weiße Blicke) und einzelne können daher in weißen Kontexten als weiß passen. Die Zwillinge sind unzertrennlich. Mit 16 laufen sie weg von zu Hause, ihr Vater gelyncht, als sie kleine Kinder waren, die Mutter zu ewigem schlecht bezahltem Putzen in reichen weißen Familien verurteilt, und...

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Leslie Marmon Silko: Ceremony

Leslie Marmon Silko: Ceremony 1977 erstmal erschienen, ist Ceremony die Geschichte von Tayo, einer Indigenen Person, die für die USA als Soldat am zweiten Weltkrieg teilnimmt zusammen mit Tayos Kusin, der dort stirbt. Zurück in der Heimat als schwer traumatisierte Person ist es schwierig für Tayo wieder Fuß zu fassen. Die eigene Familiengeschichte – eine von der Indigenen Community verstoßene Mutter, ein Aufwachsen ohne diese als Kind einer Indigenen und eines unbekannten Weißen, das Gefühl eigenen Versagens, indem Tayo nicht auf den eigenen Kusin aufpassen konnte, der Tod der einzigen Person aus der Familie, die Tayo neben dem Kusin Halt...

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Rezension zu Exit Gender

Für die aktuelle Ausgabe der feministischen Rezensionszeitschrift Weiberdiwan hat Meike Lauggas eine Rezension zu Exit Gender von Lann Hornscheidt und Lio Oppenländer veröffentlicht. Hier geht es zur Rezension "Leben ohne Gender": click Hier könnt ihr mehr über das Buch erfahren und es bestellen: click

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Olivia Wenzel: 1000 Serpentinen Angst

Olivia Wenzel: 1000 Serpentinen Angst 'Was sind Bilder von uns, wenn sie uns in uns selbst einschließen?' Der Roman versucht diese Räume auszuloten, sie zu beschreiben und versucht zugleich sie zu überschreiten – inhaltlich wie formal. Teilweise in einem Stakkato-Ton geschrieben, einer inneren oder gedachten äußeren, mal mahnenden, mal elterlichen, mal besorgten und mal genervten Befragung, erzählt die Ich-Person im Roman Erlebnisse aus dem eigenen Leben, die neben vielem anderem vor allem auch die Durchgängigkeit von rassistischen Zuschreibungen und Lebensbedingungen deutlich werden lassen – im Vergleich des Lebens in Deutschland und den USA, im eigenen Aufwachsen in der ostdeutschen Provinz,...

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Arif Anwar: Kreise ziehen

Arif Anwar: Kreise ziehen Der Roman spannt, in unterschiedliche Kapitel aufgeteilt, einen zeitlichen Bogen vom zweiten Weltkrieg bis in das Jahr 2004 und einen räumlichen von Indien/Pakistan/Bangladesch bis in die USA. Verbunden sind die Zeiten und Räume durch das Schicksal und Leben von Personen, ihre Vorfahren und ihre Kinder, ihre sozialen Kontakte und ihre gewaltvollen Gleichzeitigkeiten durch Krieg und Kolonialismus. Die Kapitel sind zu Beginn eine schnelle Abfolge von Lebensfragmenten und enden jeweils in Situationen krisenhafter Zuspitzungen, um in eine andere Epoche und zu anderen Menschen zu springen, deren hier erzähltes Lebensfragment dann wiederum ebenso krisenhaft mitten in einer schwierigen...

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Akwaeke Emezi: The Death of Vivek Oji

Akwaeke Emezi: The Death of Vivek Oji Vivek, das erwachsene, um die 24 Jahre alte Kind von Kavita und Chika, liegt eines Tages nackt in Stoff gehüllt und tot auf der Veranda des Hauses der Eltern und wird dort von Kavita, der Mutter, gefunden. Die Geschichte beginnt mit dieser Szene mit Viveks Leiche – und von dieser aus werden mit wechselnden Perspektiven das Leben von Vivek von seiner Geburt an oder sogar davor bis zu seinem Tod erzählt. Wie die Leiche auf die Veranda gekommen ist, ist vollkommen unklar und bringt die Mutter dazu, sich nicht mit Wortlosigkeiten und halben...

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Usama Al Shahmani: Im Fallen lernt die Feder fliegen

Usama Al Shahmani: Im Fallen lernt die Feder fliegen Dieses Buch ist der zweite Roman von Usama Al Shahmani nach dem beeindruckenden und berührenden ersten Roman 'In der Fremde sprechen die Bäume arabisch'. Wenn der erste Roman so herausragend war in Bezug auf Sprache, Inhalt, Konstruktion und Durchdachtheit, ist es in meiner Leseerfahrung manchmal so, dass ein nachfolgender Roman etwas dagegen abfallen kann. Dies ist mit dem zweiten Roman von Usama Al Shahmani in keiner Weise der Fall: Auch dieser Roman ist zutiefst berührend, kunstvoll aufgebaut und ein umfassendes Lesevergnügen. Als weiße Person habe ich wieder einmal sehr viel gelernt...

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Regina Porter: Die Reisenden

Regina Porter: Die Reisenden Das Diagramm auf den Innenseiten des Buches verdeutlicht hervorragend, was dieses Buch zeigt: ein Netz von Beziehungen zwischen Menschen über zwei verschiedene Familien hinweg, die sich über die Jahrzehnte miteinander verweben, begegnen, nicht kennen, parallel leben – und doch in allem so unterschiedliche Möglichkeiten haben und leben können: die eine Familie wird diskriminiert durch Rassismus, die andere ist privilegiert in Bezug auf Rassismus. Dies ist gebrochen und verfließend in intersektionalen Lebensverhältnissen, in denen Gender, Klasse, insbesondere Bildung und Geld, sowie Sexualität auch entscheidende Rollen dafür spielen, welche Chancen die jeweiligen Menschen haben und mit welchen diskriminierenden...

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Usama Al Shahmani: In der Fremde sprechen die Bäume arabisch

Usama Al Shahmani: In der Fremde sprechen die Bäume arabisch Was ein sanftes Buch! Der Schmerz über das Verschwinden des Bruders im Irak in Zeiten der Gewalt, das schwierige Ankommen des Ich-Erzählers in der Schweiz – beides wird hier zu einem äußerst lesenswerten Erzählstück miteinander verwoben. Der Ich-Erzähler beginnt mit einem Wundern darüber, dass in der Schweiz gewandert wird. Was soll wandern sein? Und warum sollten Menschen wandern? In seiner Verzweiflung – über die Ferne zum Irak und der Familie dort, über die administrativen Verhältnisse in der Schweiz, über das Verschwinden des Bruders in Bagdad – wendet sich der Erzähler...

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